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Strom-Mix in Deutschland 2014 - Fachagentur für EEG (Agentur für Regenerative Energien)

Im Jahr 2014 ist die Stromproduktion aus regenerativen Energieträgern wieder gestiegen und macht nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserversorgung (BDEW) nun 25,8 Prozentpunkte der Bruttostromproduktion in Deutschland aus. Erstmalig übernahmen Sun, Windkraft, Biomasse und Co. gemeinsam die Braun- und Steinkohle als Energiequelle mit dem größten Marktanteil im deutschsprachigen Strommixtur. Sie haben einen hohen Prozentsatz am Brutto-Stromverbrauch von 27,3 Prozentpunkten, da Deutschland im Jahr 2014 auch beträchtliche Strommengen ausfuhr.

Wichtigster erneuerbarer Energieträger für die Stromproduktion ist mit einem Marktanteil von 8,4 Prozentpunkten die Onshore-Windenergie mit 51,2 Mrd. kWh. Der Offshore-Bereich steuerte 1,2 Mrd. kWh, rund 0,2 Prozentpunkte, bei, für die in den nächsten Jahren ein signifikantes Umsatzwachstum erwartet wird. Mit 5,8 Prozentpunkten konnte die Fotovoltaik ihren Marktanteil gegenüber dem Jahr zuvor erhöhen (2013: 4,7 Prozent), während der Marktanteil von Biokraftstoff (8,0 Prozent) und Wasser strom (3,4 Prozent) weitestgehend konstant blieb.

Vor allem die im Jahr 2000 erfolgte Umsetzung des EEG hat das Potenzial der regenerativen Energieträger im Strombereich erheblich erhöht. Zwar haben die regenerativen Energieträger in den letzten Jahren ihren Marktanteil am dt. Strom-Mix signifikant erhöht, doch der Großteil der in Deutschland produzierten Energie kommt immer noch aus konventio nen Anlagen.

Obwohl das Wachstum der regenerativen Energien im Jahr 2014 auch zum rückläufigen Strom erzeugung aus Gas und klimaschädlicher Kohle beitrug, blieb die besonders CO 2-intensive Braunkohleverstromung auch im langjährigen Maßstab auf einem hohen Stand. Es wird erwartet, dass die von 2013 bis 2014 konstante Kernenergie im Jahr 2015 mit der Stilllegung des Kraftwerkes Grffenrheinfeld wieder abnehmen wird.

Zukunftsperspektiven der Energiesystemtransformation in Deutschland

In der von der Fraunhofer-Gesellschaft gegründeten Alliance ENERGY-TRANS arbeiten die Verfasser zusammen. Der energetische Systemwechsel in Deutschland und die damit zusammenhängenden Voraussetzungen für den Wandel des landesweiten und des europaweiten Energiesystems werden vor allem unter dem Gesichtspunkt der Sozialbedürfnisse und der Nutzer untersucht und die vielschichtigen Schnittmengen zwischen fachlichen und sozioökonomischen Gesichtspunkten untersucht.

Aus den Ergebnissen soll aktionsorientiertes Wissen für eine effektive und sozial verträgliche Gestaltung des zukünftigen Energiesystems gewonnen werden. Der Energiewendepunkt in Deutschland ist nichts anderes als die Neuorganisation unserer kompletten Stromversorgung in den Bereichen Elektrizität, Wärme/Transport. Ungeachtet der nach wie vor hohen allgemeinen Akzeptanz in der Bevölkerung[1] und bei allen Politikern [2] werden jedoch einige der wichtigsten Grundbausteine der Transformationspolitik des Energieversorgungssystems heftig kritisiert.

Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Forcierung der erneuerbaren Energieträger zur Stromproduktion durch das EEG[ 3]. Allerdings gehen die Anforderungen der Energiesystemtransformation weit darüber hinaus. Gefordert ist ein langfristig angelegter Veränderungsprozess eines vielschichtigen soziotechnischen Systems[4], in dem es darum geht, heute die Richtung so zu bestimmen, dass es der zukünftigen Stromversorgung gelingen wird, ihren Ressourcenkonsum und ihre Umweltauswirkungen unter Wahrung von wirtschaftlicher Effizienz und sozialer Verträglichkeit auf ein tragfähiges Niveau zu beschränken.

Dennoch muss sich ein vielschichtiges und tiefgreifendes Transformationsprojekt wie das Vorhaben "Energy Turnaround" vor einer kritisch eingestellten Fachöffentlichkeit zu Recht damit begründen, dass die gesundheitspolitischen Randbedingungen für die großen strukturellen Veränderungen stimmen und keine überflüssigen wirtschaftlichen Aufwendungen anfallen. Zu Beginn der Reform muss es immer eine Einigung über die Transformationsziele geben[6].

Daher ist vor allem die aktuelle Überarbeitung des EEG prinzipiell zu begrüssen. Die Verringerung der Kluft verdeckt sowohl den sozioökonomischen Kontext als auch die realen entwicklungspolitischen Aufgaben. Schließlich sind auch der Heiz- und Verkehrssektor, nicht nur die Elektrizitätsversorgung, von zentraler Bedeutung für die nachhaltige Umgestaltung unseres Energiesystems[8].

Darüber hinaus geht es aus wirtschaftlicher Hinsicht nicht nur um die anfallenden Ausgaben, die sich unmittelbar aus der Elektrizitätsrechnung ableiten lässt. Neben dem CO2-Problem sind weitere Fremdkosten - auch örtliche Umweltauswirkungen - sowie spezielle Nutzen-Dimensionen, wie z.B. Lernkurven-Effekte der Technikentwicklung, zu berücksichtigen[9]. Darüber hinaus müssen alle Arten der Förderung von Energiequellen - auch über andere Finanzierungswege als die Strompreise - als fair angesehen werden[10].

Es gibt noch gute Argumente für die grundlegende Fortsetzung einer Beförderungspolitik für regenerative Energieträger. Die ehrgeizigen Expansionsziele sind nicht einmal annähernd verwirklicht, noch spiegeln die aktuellen Weltmarktpreise die entsprechenden wirtschaftlichen Aufwendungen wider, die einen verzerrungsfreien, fairen technologischen Wettbewerb um die vorteilhafteste Form der Erzeugung allein auf dem Markt ermöglichen würden[11]. In jedem Fall werden die im Verhältnis zum Börsenkurs entstehenden Mehrkosten für die erneuerbaren Energieträger in Zukunft wieder signifikant reduziert, unterstützt durch Börsenkurse, die sich auf mittlere Sicht wieder an den langfristig anfallenden Marginalkosten der an der Stromerzeugung beteiligten konventionelle Energieerzeugungsanlagen orientieren, d.h. nach Abbau der Überschusskapazitäten wieder anwachsen werden.

Die erneuerbaren Energieträger haben aus den oben angeführten Ursachen (fehlende Externalisierung der Außenwirkung, Subvention der herkömmlichen Stromproduktion, zu geringe Wechselstrompreise) und aufgrund der vernachlässigten zukünftigen Preisentwicklung nach wie vor strukturelle Benachteiligungen in der Wahrnehmung der Kosten durch die Öffentlichkeit und im Vergleich der Marktpreise mit den herkömmlichen Energiequellen, die nichts über ihre aktuelle, nachhaltige Konkurrenzfähigkeit aussagen[12]. Auch in diesem Zusammenhang steht die Fördermaßnahme für die erneuerbaren Energieträger derzeit nicht zur Beseitigung, sondern zur zielgerichteten Fortentwicklung auf der Agenda.

Dies muss auch unter Berücksichtigung der möglichen verzerrenden Auswirkungen der Förderpolitik für erneuerbare Energien geschehen[13]. Der Aufwand und der Ertrag der Energiesystemtransformation für die Allgemeinheit dürfen nicht nur im Hinblick auf ihr angemessenes Niveau erörtert werden. So darf vor allem die Lastenverteilung der Energiesystemtransformation weder undurchsichtig sein noch grundsätzlichen Fairnessbewertungen widersprechen.

Insbesondere die weit reichenden und zum Teil unbegründeten industriellen Ausnahmen bei der Förderung des Ausbaues der erneuerbaren Energieträger durch alle Stromkonsumenten, die weitreichend und zum Teil unbegründet sind, stoßen hier auf erhebliche Bedenken[15] und sind derzeit Gegenstand ein europäisches Beihilfenverfahren (Punkt 6)[16]. Ungeeignet dafür ist der Stromverbrauch eines derzeit im EEG genutzten Mitglieds. Mit dem so genannten Verbot staatlicher Beihilfen werden Vorteile verboten, die bestimmten Unternehmungen aus öffentlichen Geldern gewährt werden, oder die Herstellung von bestimmten Waren jeglicher art, die den europaeischen Wettbewerbsdruck verzerren oder zu verzerren drohen wuerden (Artikel 107 I AEUV).

Der EuGH hatte jedoch bereits 2001 festgestellt, dass die Pflicht der Energieversorger und der vorgeschalteten Stromnetzbetreiber, Elektrizität aus regenerativen Energieträgern zu einem rechtlich festgesetzten Festpreis - über dem marktüblichen Wert - zu beziehen und die zusätzlichen Kosten in einem Vergütungssystem für Netzbetreiber und Energielieferanten zu verteilen, das durch das Stromeinspeisegesetz begründet war, mangels Beihilfeeigenschaften mit dem EU-Beihilferecht zu vereinbaren war.

Dies könnte aber auch dann keine Folgen haben, wenn keine Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung oder gar keine Begründung für eine europarechtliche Freistellung besteht, die von der Europäischen Union bei der Fördermaßnahme für erneuerbare Energieträger allgemein akzeptiert wird[21]. Allerdings versichert die EK, dass es sich bei dem EEG um eine staatliche Beihilfe handelt und zweifelt auf dieser Basis auch daran, ob das so genannte "Ökostromprivileg" ( 39 EEG) und die "Sondervergütung" für stromintensive Betriebe (40 ff. EEG) mit dem europäischen Recht vereinbar sind, da sie in beiden Faellen Wettbewerbsverzerrungen fuerchtet[22].

Daher hat die Europäische Union vor kurzem ein formelles Untersuchungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet[23]. Allerdings ist die Rechtsansicht der Kommision in Bezug auf den Beihilfescharakter des EEG-Förder- und Kompensationssystems keinesfalls überzeugend, da die Funktion der öffentlichen Hand sehr eingeschränkt ist, kein Staats- oder Halbstaatsfonds eingerichtet wurde und das Abgabe- und Befreiungssystem nach wie vor von der Geltendmachung von Ansprüchen des Privatrechts abhängt[24].

Die so genannten Umweltleitlinien der Europakommission [27] werden angewendet, werden aber zurzeit gleichzeitig überarbeitet[28], was die zukünftige Gesetzeslage völlig unklar macht. Die Kompatibilität mit dem europarechtlichen Beihilfenrecht ist für die weitere Entwicklung des EEG unerlässlich. Solange die komplizierten rechtlichen Fragen nicht geklärt sind, die sich möglicherweise noch Jahre hinauszögern könnten, bevor der Europäische Gerichtshof eine neue Entscheidung trifft[29], sollte die bevorstehende Reform des EEG im Hinblick auf die Kompatibilität mit dem Europarecht fortgesetzt werden, aber nicht im Einklang mit dem bisher noch unbedeutenden Rechtsgutachten der Kommissare.

Zudem sind weitere Gründe für eine Präferenzbehandlung im EEG (z.B. das Grünstromprivileg) unter dem Aspekt des nichtdiskriminierenden Wettbewerbes im europ. Binnenmarkts zu erörtern. Dabei müssen im Zuge der Energiesystemtransformationspolitik immer auch soziale Effekte berücksichtigt werden, ohne die Gesellschaftspolitik auf der einen Seite gegen die Energie-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik auf der anderen Seite auszuschalten[30]. Aber auch die gesellschaftlich Schwachen müssen mit der Transformation des Energiesystems mithalten können[31].

Bereits jetzt können energetisch jedenfalls geeignete Reformen zu einer entsprechenden Entlastungen der privaten Haushalten im Umfeld der EEG-Abgabe beitragen: Hierzu gehören die Aufwertung des europaweiten Emissionshandelssystems (siehe Punkt 12), die zu höheren Börsenstrompreisen und entsprechend niedrigeren so genannten Differentialkosten führen würde, die durch die Abgabe gedeckt werden sollen, aber auch der Wegfall von überhöhten Gewerbeprivilegien (siehe Punkt 5 f.) im Zuge der EEG-Abgabe, die auch die proportionale Abgabe für die Privathaushalte reduzieren könnte[32].

Zudem können zielgerichtete Massnahmen einer Energieeffizienz-Politik (siehe Punkt 10) einen sinnvollen Beitrag zur Entlastungen von unteren Einkommensschichten leisten, ohne die Zielsetzungen der Energiesystemtransformation zu beeinträchtigen[33]. In der EEG-Umlage spiegeln sich nicht direkt die wirtschaftlichen Aufwendungen für die Umstellung auf regenerative Energien wider, zu denen auch die ökologischen und sozialen Folgen der Stromversorgung gehören[35].

Hierfür hat die Fachkommission zum Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft" wesentlich geeignetere Kennzahlen vorgeschlagen[36]. Es ist richtig, nach 20 Jahren Finanzierung neue Prioritäten in Bezug auf nachhaltige und kostengünstige Techniken zu setzten. Der Ausbau der erneuerbaren Energieträger darf prinzipiell nicht in Zweifel gezogen werden, ebenso wenig wie die Rahmenbedingung für dringende Investitionsbedürfnisse abrupt verändert werden darf.

In den von den Betreibern herkömmlicher Anlagen als problembehaftet betrachteten tiefen Börsenstrompreisen kommen derzeit ein vorhandenes Übervolumen an Stromproduktionskapazitäten und ein fehlender Impuls aus dem marktgerechten europaweiten Handel mit Emissionen zum Ausdruck (vgl. Nr. 4), nicht aber eine unzureichende Angemessenheit der aktuellen Marktgestaltung. Obwohl im zukünftigen Alter der überwiegend volatilen erneuerbaren Energien Untersuchungs- und Forschungsbedarf zur Sicherstellung einer langfristig gesicherten Energieversorgung vorhanden ist, gibt es keinen akuten politischen Handlungsbedarf[38].

Um kapazitätsbedingte Versorgungsprobleme zu lösen, sollte neben einer möglichen kostenintensiven Neuorientierung der Strommarktgestaltung auch das Potenzial für Bedarfsflexibilisierung, Netz- und Speichererweiterung sowie Kraft-Wärme-Kopplung untersucht werden[39]. Dabei ist es immer wichtig, auf die Effizienz der unterschiedlichen Marktgestaltung zu achten, um die anfallenden Aufwendungen für die energetische Systemtransformation unter Kontrolle zu behalten - zum Beispiel für die in Zukunft notwendigen Flexibilitätsreserven[40].

Neben dem Aufbau erneuerbarer Energieträger muss im Strombereich vor allem die wirtschaftlichere Verwertung des zur Verfügung gestellten Stroms gewährleistet sein. Der bisher ungenügende Energieeinsatz muss klar gefördert werden[41]. So kann nach den Berechnungen der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (dena) der Energieverbrauch in Privathaushalten mit energiesparenden Haushaltsgeräten und einem optimierten Nutzungsverhalten um bis zu 25% reduziert werden[42].

Es gilt, die im ganzen Strombereich vorhandenen beträchtlichen Potentiale zur Steigerung der energetischen Effizienz bei Stromerzeugung, Stromumwandlung und Stromtransport sowie zur Energiesparung so weit zu nutzen, dass sie auch kostengünstig realisierbar sind[44]. Dadurch wird der Substitutionsbedarf an Energieträgern reduziert und das notwendige Expansionsvolumen der regenerativen Energiequellen eingeschränkt. Der als " hoch " kritisierte Strompreis trägt zu Investitionsanreizen für energieeffiziente und stromsparende Maßnahmen bei, insbesondere in Form einer Marktwirtschaft.

Speicheranlagen und Netzwerke müssen als bedeutende, sich ergänzende Infrastruktureinrichtungen im Strombereich weiterentwickelt werden, um geänderte und völlig neue Aufgabenstellungen in einem zukunftsfähigen Energieversorgungssystem von morgen zu erlernen. So können neben den regenerativen Energien auch die noch benötigten Kapazitätsreserven verringert und der Nutzungsgrad der regenerativen Energien (Solar, Wind) erhöht werden.

Dies erfordert eine wesentlich bessere Abstimmung zwischen dem Erzeugungsausbau und der Netzinfrastruktur[47]. Gleichzeitig soll eine leistungsfähige Netzregelung angestrebt werden, bei der die Stromproduzenten die notwendigen Beförderungskosten im Stromnetz bei ihren Standortbeschlüssen berücksichtigen[48]. Darüber hinaus entlastet die optimierte Gesamtanlage (Erzeugungsanlagen, Stromnetze, Speicher) den Erzeugungsdruck und vor allem die Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien:

Dass das EEG allein nicht für die Effizienz und die damit verbundenen Aufwendungen der komplizierten Systemwandlung im Strombereich verantwortlich ist, ist offensichtlich. Zur Erreichung der Zielsetzungen der Energiewende müssen neben den Massnahmen im Strombereich auch beträchtliche Investitionen in den Gebieten Heizung und Transport unternommen werden.

In öffentlicher und politischer Hinsicht rücken die Wärmebereitstellung mit regenerativen Energieträgern und die Energie-Effizienz von Häusern zu Recht in den Hintergrund des Stromsektors[49]. Aufgrund der speziellen Sparpotenziale in diesem Bereich ist jedoch ein abschließendes Gesamtkonzept dringend erforderlich, wie Effizienzmassnahmen im Bestand mit der Nutzung erneuerbarer Energieträger zur Wärmegewinnung kombiniert werden können[50].

Die äußerst bedeutsamen ergänzenden Bestandteile der Energiesystemtransformation können an dieser Position natürlich nicht weiter ausgebaut werden. Last but not least muss die dt. Energiestrategie in den europÃ?ischen Kontext eingebettet werden. Die zukünftige energiepolitische Ausrichtung Deutschlands muss die Möglichkeiten der europÃ?ischen Einigung konsequenterweise nÃ? Dazu bedarf es eines Gleichgewichts zwischen der europaeischen Einigung und der nationalen Politik zur Umgestaltung des Energiesystems.

Gleichzeitig ist die Umgestaltung des deutschen Energiesystems über den gemeinschaftlichen europapolitischen Zielkontext mindestens bis 2020 angemessen in die Klimaschutzpolitik, den Aus- und Aufbau erneuerbarer Energieträger und die Energieeffizienzpolitik[54] integriert. Die Einhaltung unabhängiger Ausbauziele für erneuerbare Energieträger und von Zielvorgaben zur Steigerung der Energie-Effizienz kann vor allem aus deutschsprachiger Perspektive auch auf europapolitischer und über 2020 hinaus weiterhin Sinn machen, wenn dabei andere externe Effekte als die Reduzierung der CO2-Emissionen berücksichtigt werden.

Das ist durchaus plausibel[55], denn die Förderung und Nutzung nicht erneuerbarer Energiequellen ist mit zahlreichen auch überregionalen Umweltbelastungen oder Umweltrisiken auf der ganzen Welt verknüpft - angefangen bei der Förderung von Energieträgern (z.B. Landschaftsverbrauch durch Kohletagebau), deren Nutzung zur Strom-, Wärme- und Stromerzeugung (Feinstaubemissionen, Atomunfälle) oder dem Problem unpreislicher Einfuhrrisiken bis hin zur Beseitigung (Atommüll)[56].

In Europa ist es unerlässlich, die Zusammenhänge zwischen dem Ausbau der regenerativen Energieträger und dem festen CO2-Mengenziel des Emissionshandelssystems zu beachten, um eine Überausstattung mit Zertifikaten in Zukunft zu vermeiden[57]. In der Umweltpolitik ist der europaweite Handel mit Emissionen als Hebel zur Internalisierung der Klimaauswirkungen eines der bedeutendsten umweltpolitischen Mittel im europ. b. Der effektive Handel mit Emissionsrechten leistet einen Beitrag zur Verringerung von wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen zum Nachteil klimafreundlicher regenerativer Energieträger und verhindert gleichzeitig einen Rückgang der Strompreise an der Börse[58].

Zudem wird eine engere europaweite Koordinierung der nationalen energiepolitischen Massnahmen dazu beiträgt, Synergieeffekte zu erschliessen und gleichzeitig zur Kostensenkung beizutragen: Die bestehenden Kompetenzen der Union müssen im Hinblick auf den EU-Binnenmarkt und die trans-Europäischen Netzwerke kohärent genutzt werden. Im Hinblick auf den Ausbau der erneuerbaren Energieträger scheint es dagegen sinnvoller, einen Dezentralisierungsprozess unter dem Schirm der europäischen Ziele festzulegen, z.B. durch die Vernetzung der nationalen Unterstützungssysteme[59].

Bei der bisherigen energiepolitischen Weiterentwicklung sind oft Befürchtungen aufgekommen, dass die Bedeutung des Staats zu stark ist und die Kontrolle der Energieindustrie immer häufiger als vom Markt entfernt wahrgenommen wird. Unabdingbar sind jedoch Staatsmassnahmen, soweit verschiedene Marktversäumnisse im Energiesektor auftreten: Wo die aktuellen marktüblichen Preise weder wirtschaftlich noch umweltpolitisch die soziale Realität wiedergeben, müssen Korrekturmassnahmen ergriffen werden.

In den letzten Dekaden wurden auch die bestehende Kraftwerks- und Netzinfrastruktur sowie die damit verbundenen regulatorischen Rahmenbedingungen für die zentrale Stromproduktion aus ständig verfügbaren Energiequellen verbessert. Aufgrund der in diesem Zusammenhang vorgenommenen langfristig orientierten Investitionen ist die Umrüstung der Anlage auf die dezentralen, erneuerbaren Energien mit flüchtiger Produktion wirtschaftlich nicht sinnvoll, auch wenn sie wirtschaftlich erwünscht ist.

Es gibt also gute Argumente, warum der Zustand gegenwärtig eine tragende Funktion bei der Transformation von Energiesystemen einnimmt. Der Umbau des Energiesystems ist ein großes soziales Projekt, das Milliardeninvestitionen von privaten und öffentlichen Stellen erfordert: Gleichzeitig wird so eine nachträgliche Abwertung von Anlagen verhindert, die in Abhängigkeit vom Fortbestehen der energiepolitischen Regulierungen getätigt werden. Darüber hinaus schafft die Gewährleistung der lokalen Eigenverantwortung die institutionellen Voraussetzungen für eine überzeugende und vorbildliche kommunale Energiepolitik[62].

Der Erfolg der Energiesystemtransformation hängt jedoch nicht nur davon ab, den Spielraum für dezentrale Entscheidungen zu bewahren oder zu erweitern[63], sondern auch davon, das Gesamtsystem mit Blick auf das vorgegebene Ziel zu optimisieren und seine anfallenden Lebenshaltungskosten so niedrig wie möglich zu gestalten. Dabei sind auch die ortsbezogenen Auswirkungen der regenerativen Energien auf Mensch und Umwelt zu berücksichtigen[64].

Das fängt bereits bei der Definition von Ausbauzielen für regenerative Energien an, die sich auf die Planung der Infrastruktur (Netze und Speicherung) und deren Preise auswirkt. Derzeit sind die Zielsetzungen von Bundesregierung und Bundesländern für den Ausbau der regenerativen Energien eindeutig unterschiedlich[65]. Neue Instrumentarien für besser koordinierte Entscheide sind notwendig, wie z.B. ein Bundesklimagesetz[66], eine spezialisierte Energieplanung auf Bundesebene[67] oder eine Verstärkung der Bundesraumplanung[68].

Auf diese Weise können die notwendigen Ausrichtungen für Landes- und Raumordnungsentscheidungen als Grundvoraussetzung für Standortwahlen von Bauherren erstellt, überflüssige Expansionskosten verhindert und örtliche Behinderungen durch regenerative Energien eingedämmt werden. Prinzipiell muss der für die Wirtschaftlichkeit der räumlichen Zuordnung notwendige Spielraum für Marktentscheide beibehalten werden[ 69]. Der Energiewandel in Deutschland wird weltweit zunehmend wahrgenommen.

Es wird daran gemessen, ob und wie weit es möglich sein wird, in einem hoch industrialisierten Staat innerhalb eines überschaubaren Zeitraums eine flächendeckende Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten und dabei die wirtschaftliche Effizienz, Liefersicherheit, Umweltverträglichkeit und soziale Verträglichkeit zu gleichen Teilen sicherzustellen. Nach der Energierevolution hingegen setzen die heutigen Menschen auf eine nachhaltige Stromversorgung. Der Energiewendepunkt ist daher ein "Erzeugungsvertrag":

Durch die temporären (zusätzlichen) Ausgaben von heute sollen die Ausgaben und Risken für morgen nachhaltig reduziert werden. Diese Zielsetzung macht den Energy Turnaround zu einem hervorragenden Nachhaltigkeitsprojekt.

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