Liberalisierung Strom

Stromliberalisierung

Die allgemeine Abhängigkeit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen vom Wetter beeinflusst zunehmend die Funktionsweise des Wettbewerbs. Der Strommarkt ist seit zehn Jahren liberalisiert, der Gasmarkt in Österreich seit neun Jahren. Liberalisierung des Strommarktes, d.h. die Einführung von Stromversorgern, von denen sie ihren Strom beziehen.

Von den Verbrauchern zum Kunden: 20 Jahre Strommarktliberalisierung

Wechselnde Stromversorger wie Bankkonten oder Mobilfunkverträge: Das ist seit 20 Jahren möglich. Mehr und mehr Konsumenten ergreifen diese Gelegenheit, um Geld zu verdienen - aber nicht alle. Die Strom- und Gasverbraucher in Deutschland haben eine große Wahl. Im Durchschnitt können sie aus weit mehr als 100 Zulieferern wählen - und wenn sie es clever tun, können sie im Verhältnis zur kostspieligen Basisversorgung ihres traditionellen Zulieferers viel einsparen.

Der Verkauf von Strom und Gas war bis dahin ein strikt isoliertes Geschäftsfeld, das von kommunalen Versorgungsunternehmen und anderen Anbietern mit einem territorialen Monopol geführt wurde. "Nur durch die Liberalisierung ist der Konsument zu einem Konsumenten mit Wahlmöglichkeit geworden", sagt Thomas Banning, Leiter des Düsseldorfaner Ökostromanbieters Naturstrom, der das Unternehmen von Beginn an begleitet hat. Laut der BNetzA hatten 2016 noch gut 30 Prozentpunkte der privaten Haushalten einen besonders kostspieligen Basisstromliefervertrag.

Das hatte er bereits selbst getan - wie etwa rund 3,6 Mio. Haushalten im Jahr 2016, wo die Veränderung nicht auf einen Umzug zurückzuführen war. "â??Viele Konsumenten mit wenig Budget stecken in der Basisversorgung fest. Bei den Stromversorgern hingegen ist dies ein lohnenswertes Unternehmen. Die Erwartung, dass die Liberalisierung zu fallenden Energiepreisen führt, wurde bereits zwei Jahre nach dem Beginn erfüllt.

Kostentreiber sind neben den tatsächlichen Kilowattstundenpreisen auch die Netzgebühren, die Privatverbraucher zu entrichten haben. Mittlerweile machen sie rund 78 Prozentpunkte der Elektrizitätsrechnung aus. Die Marktliberalisierung hat trotz steigender Kosten einen überwiegenden Anteil am Ansehen der Kundschaft. Im Rahmen einer Yougov-Umfrage für den Lieferanten Lekker Energy schlossen sich 79 Prozentpunkte der Teilnehmer der Aussage an, dass die Konsumenten davon profitieren würden.

"Letztendlich liegt der Konkurrenzkampf im Stromverbrauch in der Verkaufsmarge, die einen sehr kleinen Teil des Stromverbrauchs ausmacht", sagt Löschel. Die Zahlungsunfähigkeiten von Teldafax und Flexistrom, die Hunderttausende von Verbrauchern billigen Strom gegen Vorauszahlung veräußert hatten, waren atemberaubend. "â??Das Prepaid-Modell ist seit den Insolventationen von Teldafax und Flexstrom nicht mehr auf dem Marktâ??, so KonsumentenschÃ?tzer Sieverding.

Auch auf dem Wachstumsmarkt der Strom-Discounter sind die Energiegiganten tätig - zum Beispiel Eon mit der Bezeichnung W wie simpel, RWE-Tochter Innogy mit Wprimo oder EnBW mit Yello. Laut Netzbetreiber kaufen inzwischen rund zehn Mio. Haushalten grün. "Von den Konsumenten, die im vergangenen Jahr über das vergleichende Portal Schach24 den Lieferanten gewechselt haben, wählten nur 3,5 Prozentpunkte nachhaltig Grünstrom von Lieferanten, die die örtliche Ökostromerzeugung anstreben.

Im Gegensatz zu Strom konnten bisher keine alternativen Versorger in den Strommarkt eintreten. Im Jahr 2016 wechselten rund 1,5 Mio. Verbraucher den Provider, mehr denn je seit der Liberalisierung des Markts.

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