Naturstrom Kritik

Die Naturstromkritiker

Der ehemalige Siemens-Manager hat die letzten zwölf Jahre als Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG im Kampf um die Ökostromkunden verbracht. Er betrachtet nicht nur den Lieferanten, sondern empfiehlt auch die unabhängigen Lieferanten Lichtblick, Greenpeace Energy, EWS und Naturstrom. Die Möckernkiez eG erhält Mieterstrom von der Naturstrom AG. Der Zusammenschluss von Lichtblick, Naturstrom und anderen Lieferanten und Umweltorganisationen hat seine Kritik bekräftigt. Im Test: Nicht jeder Ökostrom treibt die Energiewende voran.

Anbieter von alternativem Strom: Grünstrom auf Kokain

Aus Österreich hat die Verbundgesellschaft AG Grünstrom für Deutschland geliefert. Mit Greenpeace Energy, Naturstrom, Lichtlick oder EWS Schönau ist die Lösung der Umweltschutzverbände immer aus der Schublade gegriffen. Gemeinsam mit dem tuerkischen Kooperationspartner Energiejisa errichtet die oesterreichische Verbundgesellschaft dort ein 450 Megawatt Braunkohlekraftwerk. Darüber hinaus hat der Verbundbetrieb den Bergbau in Angriff genommen.

Greenpeace Energy, natürlicher Elektrizität und Hoffnungsschimmer haben damit nichts zu tun. Nach wie vor beziehen sie Elektrizität aus Wasserkraftanlagen in Österreich - von der Verbundgesellschaft. Der Naturschutzverband Robin Wood, der die Zulieferer der drei Ökostromerzeuger regelmässig überprüft, hat dies bisher uneingeschränkt befürwortet. Laut Lichlick erhält sie Elektrizität aus nordischen Kraftwerken und aus einem Kraftwerk der Verbundgesellschaft.

Es ist nicht bekannt, wie viel Strom produziert wird, ebenso wenig wie Greenpeace Energy. Wir wissen nur, dass 4 von 16 Lieferantenkraftwerken zum Verbundgeschäft zählen. Genauer gesagt: Ende 2010 kamen 35 Prozentpunkte des Stromes aus dem Verbundwerk, heute sind es laut einem Sprecher weniger. "Selbstverständlich achten wir auch darauf, dass keine Atom- oder Kohleunternehmen an den Kraftwerken teilnehmen", sagt die Naturstom-Website.

Doch: Kann man einen solchen Reklamationsanspruch noch geltend machen, wenn man mit einem Konzern zusammenarbeitet, der in Zukunft Braun- in Elektrizität umwandeln will? Robins Wood sagt nein. "Mit der Inbetriebnahme des Braunkohlekraftwerks durch den Verbundverbund wird es keine Empfehlungen mehr für Firmen geben, die Elektrizität vom Verbundverbund beziehen", erläutert Dirk Seifert, Energierexperte bei der Umweltschutzorganisation.

Bislang haben die beteiligten Firmen vorsichtig reagiert. "â??Naturstrom nimmt nicht öffentlich Stellung zu den GeschÃ?ftstÃ?tigkeiten von Anbietern oder anderen Marktpartnernâ??, sagt das Düsseldorfer Unernehmen. Grüne Energie bezieht sich auf die bis 2016 bestehenden Versorgungsverträge, übt aber Kritik am Braunkohlekraftwerk. "Der Lichtblick hingegen ist immer noch einsilbig: "Die Interdependenzen der Energiewirtschaft sind sehr groß - und daher nicht völlig ausschließbar.

"Überrascht scheint es alle drei Konzerne, dass die Verbundgesellschaft in Braunkohle investierte - bisher haben die Östereicher "100 prozentige Wasserkraft" beworben. Das hat Robin Wood in seinem Report über Ökostromerzeuger nicht angesprochen - sie haben die Sache einfach ausgelassen. Das tut mir leid, sei es. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hingegen erwirtschaftet Geld, wenn Stromverbraucher über ihre Website zu den vorgeschlagenen Betrieben überwechseln.

"Der BUND hingegen hat die Zusammenarbeit mit Naturstrom eingestellt, um nicht anstößig zu erscheinen. "â??Wir werden uns mit den Firmen zusammentun und nach einer Lösung suchenâ??, sagt er, "aber man kann seine Zulieferer nicht Ã?ber Nacht wechseln, weil es einige LangzeitvertrÃ?ge gibt. "Und es gibt wenigstens die Pioniere der Naturstrom AG und der Greenpeace Energy.

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