ökostrom 2017

Ökostrom 2017

Die 40 GW am 28.10. 2017 um 20:15 Uhr. Herausgegeben am 6. Februar 2017 | Lesedauer: 7 Minuten.

von Tanja Büttner | 3. August 2017 | Unabhängigkeit von Energieversorgern |. 2017 sinkt der Ökostromzuschlag um 20 Prozent. Das ÖSG 2012 ist am 1. Juli 2012 in Kraft getreten.

Produktionsanstieg um 20 Prozentpunkte im Jahr 2017

In Deutschland hat die Erzeugung von klimafreundlichem Ökostrom ein nie dagewesenes Rekordniveau erlangt. Solar-, Wasser- und Windkraftwerke haben 2017 nach Schätzungen des Energiekonzerns Eon rund 154 Mrd. kWh Elektrizität produziert, ein Fünftes mehr als im vorigen Jahr. Darin nicht enthalten sind Biomasseanlagen, die weitere 38 Mrd. kWh erzeugen, wie das Konzernunternehmen am vergangenen Donnerstag bekannt gab.

Die Monate 9. und 12. waren beide von Stürmen geprägt, wobei Windkraftanlagen die meisten der 16 Mrd. kWh Ökostrom in jedem dieser beiden Monate erzeugen. Die 1,6 Mio. überwiegend in den Südländern installierten Solarsysteme hingegen lieferten im Monatsmai, Juni und Juni je rund 5 Mrd. kWh.

Die Stromproduktion überstieg teilweise den Inlandsverbrauch so weit, dass die Überschussmenge zu so genannten Negativpreisen ausfuhr. Somit bekommen die Abnehmer Gelder für den Bezug von Elektrizität aus Deutschland. So ist die Anzahl der Arbeitsstunden, in denen Elektrizität auf diese Art und Weise ausgeführt werden musste, von 15 im Jahr 2008 auf 146 im vergangenen Jahr angestiegen.

Der Energiewendeprozess geht weiter: Mehr Grünstrom im Jahr 2017

In diesem Jahr haben die regenerativen Energieträger erheblich mehr Elektrizität erzeugt. Der Energiewendeprozess in Deutschland hat in diesem Jahr deutliche Fortschritte gemacht, jedenfalls bei den Kraftwerksanlagen. Im Jahr 2017 erzeugten die regenerativen Energieträger gut 15 Prozentpunkte mehr Elektrizität und steigerten ihren Erzeugungsanteil auf über ein Viertel, wie der Bund der Elektrizitätswirtschaft (BDEW) am kommenden Wochenende in Berlin auf der Grundlage vorl.

Dagegen sank die Förderung aus Steinkohle und Braun- und Weißbraunkohle, die einen besonders großen Einfluss auf den Klimaschutz haben, um vier Komma- punkte auf 37 Komma. "Die klaren Gewinner sind die regenerativen Energien", sagte BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer. Sollte sich dieser Trend 2018 fortsetzen, werden die regenerativen Energieträger die erste sein.

Andererseits wehte der Sturm 2017 besonders massiv. Andererseits wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine Vielzahl von Kohlemeilen vom Stromnetz entfernt. Am Stromverbrauch in Deutschland misst der BDEW, dass erneuerbare Energien gar über 36% des Stromverbrauchs ausmachen werden. Der Unterschied zum Erzeugungsanteil von 33% ist auf den Strom-Export zurückzuführen.

Deutschland beliefert seit Jahren die Nachbarstaaten mit großen Strommengen aus Kohle. Bei den Regierungsverhandlungen zwischen Union, FDP und Gruenen wurde jedoch deutlich, dass bis 2020 eine zusätzliche Kapazität von rund 14 grösseren kohlebefeuerten Kilometern vom Stromnetz abgezogen werden würde. Hauptverantwortlich für die drohende Nichterreichung des Klimaschutzziels für 2020 sei der Transportsektor, sagte er.

Im Jahr 2017 war der Konsum von Otto- und Dieselkraftstoff wieder angestiegen. In Anlehnung an den Kraftwerksverkauf schlug Kapitferer vor, auch den Vertrieb von CO2-Belastungsrechten im Transportwesen zu berücksichtigen. Weil Elektrizität immer umweltfreundlicher wird und eine immer wichtigere Funktion haben soll, muss sie andererseits von den anfallenden Ausgaben befreit werden.

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