ökostrom Lichtblick Kritik

Ökostrom Lichtblick Kritik

Laut LichtBlick ist die Turina Holding im Wesentlichen im Besitz Hamburger Kaufleute. Dennoch kritisiert er auch Lichtblick: LichtBlick kritisiert die mangelnde Transparenz bei Stromprodukten, sagt Gero Lücking, Geschäftsführer von Energiewirtschaft bei Lichtblick. Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen mit LichtBlick.

Falscher Lichtblick Werbung aufgedeckt: Richtig, aber nicht sauber

Das Ökostromunternehmen Lichtblick inseriert mit "100-prozentig grün". Allerdings bezieht das Untenehmen schmutzigen Elektrizität an der Elektrizitätsbörse, um Fluktuationen aufzufangen. Lediglich eine weitere Entwicklung, aber Interessierte hören, dass Lichtblick seinen Energiebedarf "vollständig aus erneuerbaren Energiequellen" bezieht. "Sie betrügen Ökostrom", wie die Financial Times Deutschland am vergangenen Wochenende auf der ersten Titelseite berichtete und die Hamburgern dazu anregte, diese Aussage zu machen?

Die an der EEX gekaufte Strommenge quantifiziert Lichtblick selbst als "0,5 Prozentpunkte der gesamten an Endverbraucher verkauften Energiemenge". Lichtblick hat jedoch im amtlichen Strom-Mix einen Marktanteil von einhundert Prozentpunkten bei den EEs. Dieser gemeldete Grünstromanteil, der angesichts der Käufe an der Wertpapierbörse wie ein Betrug erscheinen mag, ist jedoch völlig richtig.

Lichtblick bezieht in der jährlichen Bilanz sogar so viel Elektrizität aus erneuerbaren Energien, wie die Abnehmer des Konzerns aufwenden. Da aber die Bedarfssituation nie zu hundert Prozent vorhersehbar ist, gibt es Momente, in denen Lichtblick einen Überschuss an Ökostrom hat und in anderen Fällen einen Mehrbedarf. Die EEX kompensiert diese Schwankungen.

"Die Zertifizierungsstellen nehmen solche Abweichen von den prognostizierten Werten hin, solange sie 3 bis 5 Prozentpunkte nicht überschreiten", sagt Gero Lücking, Sprecher von Lichtblick. Lichtblick meint, dass der Handel an der EEX nur "unvermeidlich anfallende Mengen" sind. Es besteht ein "breiter Branchenkonsens, der diesen Sachverhalt berücksichtigt, der auf die Nichtlagerfähigkeit des Produktstroms und damit auf diese besondere Beschaffenheit des Produkts und des Markts zurückzuführen ist".

Das Kompensationsphänomen umschreibt Robert Werner, Vorstand des Wettbewerbers Greenpeace Energy, wie folgt: "Wenn viele unserer Kundinnen und -kunden am Abend der Fußball-Europameisterschaft zur öffentlichen Besichtigung stehen, bringen wir während der 90-minütigen Laufzeit mehr Grünstrom an das Stromnetz, als wirklich konsumiert wird. Auch wenn die Lichtblick-Praxis formell nichts Schlechtes an sich hat, steht sie aus Kundensicht im Widerspruch zur Theorie des sauberen Ökostroms, zumal die drei anderen großen Grünstromanbieter NATÜRLICH, Greenpeace Energy und Electricitätswerke Schönau (EWS) selbst sagen, sie könnten die Fluktuationen ohne den Stromaustausch überhaupt aushalten.

Dies bedeutet, dass das EWS einen Ökostromanbieter bezahlt, der mehr oder weniger Elektrizität nach Belieben bereitstellt. So könnte die Praktik von Lichtblick auch ein Argument dafür sein, dass das Unter-nehmen niedrigere Tarife als seine Öko-Wettbewerber bieten kann. Seit zehn Jahren ist bekannt, dass es so läuft", sagt Oliver Hümmel, Managing Director von NATÜRLICH in Düsseldorf.

Weil man nur zwei Moeglichkeiten hat, die fluktuierenden Bedarfsmengen auszugleichen: entweder ueber die Boerse oder aber ueber einen Bevorlieferanten, der dann aber oder ueber weitere Bevorlieferanten an der aktuellen Boerse gehandelt wird. Eine weitere Maßnahme könnte eines Tages ein besonderer Strommarkt für Ökostrom-Produkte an der EEX sein. Holger Krawinkel vom Konsumentenzentrale Bund sieht auch die gegenwärtige Debatte darüber, wie Elektrizitätsversorger ihre Regel- und Ausgleichsenergien handhaben, nicht als ausschlaggebend an: "Vielmehr geht es um die Fragestellung, was Firmen tun, um die Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern auszuweiten.

"Dennoch kritisiert er auch Lichtblick: Ein " bösartiger" Style ist es, wenn ein Betrieb nur dann Auskunft gibt, wenn Kritik auftritt. Natürlich hat man sich der Debatte um das heikle Gesprächsthema Stromaustausch bei Lichtblick entzogen. Lichtblick ist nicht einmal in der im Netz veröffentlichten Marktteilnehmerliste der EEX gelistet - obwohl der Ökostromlieferant bei der EEX unter seinem eigenen Dateinamen eingetragen ist.

Es gab keinen Anlass, wie man bei Lichtblick sagt, sich benennen zu lasse.

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