Preisentwicklung Erdgas

Wertentwicklung von Erdgas

Seither sind die Erdgaspreise relativ stetig gestiegen. Der Zusammenhang zwischen Gas- und Ölpreis ist eng mit langfristigen Take-or-Pay (ToP)-Gaslieferverträgen verknüpft. Der Erdgasverbrauch in Deutschland stammt aus diesem Jahr. Die Kraftstoffpreise für Benzin, Diesel und Flüssiggas sind nicht direkt mit Erdgas vergleichbar. Basisinformationen, Preisvergleiche und Energiespartipps zum Thema Erdgas.

Öl- und Gaspreisentwicklung - Welche Folgen hat dies für den Elektrizitätsmarkt?

Lange Jahre wurde die Erdölpreisbindung von Erdgas kritisiert. Die Erdölpreise sind seit Ende 2014 stark gesunken, die Erdgaspreise dagegen nicht. In diesem Zusammenhang ist es spannend zu fragen, was die Entkoppelung der Preisfestsetzung für den dt. Erdgasmarkt und die Diskussion über einen Ausstieg aus der Kohle ist. Lief der Erdölpreis im Juni 2014 noch bei 411 /TK, so waren es im Oktober 2015 nur 218 ? /TK.

Zur Veranschaulichung muss man bedenken, dass es sich um einen Preisverfall von fast der Haelfte ergeht. Berücksichtigt man die Importpreise für Gas in Deutschland für den selben Zeitabschnitt, so ist zu erkennen, dass diese relativ mäßig nachgeben. Der Gasimportpreis betrug im Juni 2014 193 /TK, im Oktober 2015 167 ? /TK (siehe Abbildung)[1].

Aus globaler Sicht gibt es große Abweichungen in der Versorgungslage und den Preisrelationen für Erdgas. Die Erdgasversorgung in den USA ist hoch und wettbewerbsfähig, basierend auf einer breit angelegten Rohstoffbasis. Die Situation hat sich durch die unkonventionelle Erdgasproduktion (Fracking) erheblich gewandelt. So sind die Gaspreise in den USA in den letzten Jahren erheblich gefallen und liegen etwa doppelt so hoch wie in der EU.

In Europa gibt es nur kleine Erdgasvorkommen und Importe von rund 65 Prozent des Verbrauchs (Abhängigkeit Deutschlands von Erdgasimporten ca. 90 Prozent), die vorwiegend über Rohrleitungen befördert werden. Sollte die Nachfrage nach Erdgas in der EU oder in Deutschland deutlich steigen, z.B. durch politische Massnahmen, die den Kohleabbau aus der Stromerzeugung durch Erdgas verhindern, wären wahrscheinlich steigende LNG-Importe notwendig.

In Verbindung mit der Marktstellung der bestehenden Rohrleitungsanbieter sind in diesem Zusammenhang Preiserhöhungen und nicht Preissenkungen wahrscheinlicher. Beim derzeitigen Gaspreisniveau ist Erdgas nach wie vor ein Spezialanbieter im Elektrizitätsmarkt. Seit Jahrzehnten ist Steinkohle wesentlich günstiger als Erdöl und Erdgas. Auch im Berichtszeitraum von Juni 2014 (62 /TK) bis Oktober 2015 (59 /TK) sind die niedrigen Kohlepreisrisiken zu sehen, wobei der Preis für Importkohle auf einem niedrigen Stand liegt.

Die kohlebasierte Elektrizitätserzeugung ist daher eine wichtige Stütze in Deutschland (2015: 42 Prozent Steinkohle, 9 Prozent Erdgas, 14 Prozent Atomenergie, 30 Prozent regenerative Energien)[2]. In Deutschland und den angrenzenden Ländern stehen die Elektrizitätspreise in einem sehr engen Zusammenhang mit den Preisen für Steinkohle und CO2. Der Strommix ist nach wie vor das effektivste Werkzeug für das Risiko-Management und die Voraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Elektrizitätsmarkt.

In Deutschland wird der Ausstieg aus der Atomenergie und die Erhöhung des Anteils der regenerativen Energieträger in einem sehr hohen Maße vorangetrieben. Sichere Erreichbarkeit, Wirtschaftlichkeit und FlexibilitÃ?t von Steinkohlekraftwerken sprachen fÃ?r einen Umwandlungspfad mit Steinkohle. Die oberflächliche Diskussion um einen verfrühten Ausstieg aus der Steinkohle, der wiederum einen Einstieg in das Erdgas bedeutet, versprechen keine Abhilfe, sondern eine Verschlechterung der bereits angespannten Lage im in Deutschland.

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