Strom Prämie

Elektrizitätszuschlag

Elektrizitätsvertrag mit Geschenk: So wird die Prämie zur Kostenfalle. von Christian Lanzerath. Neue Stromkunden profitieren von Boni, Prämien und Geschenken. Aber was steckt hinter einem verlockenden Strompreis mit Premium? Die Kosten für den Strom- oder Gasvertrag zur Einsparung von Strom zusätzlich.

Der Tarif ist oft an eine Mindestmenge an Strom gebunden, die gekauft werden muss.

Kostensenkung und Angebotsdruck bei der Ausschreibung

In Deutschland berechnen neue Photovoltaikanlagen ihren Strom zu Anschaffungskosten, die nun durch den Vertrieb über die Strombörse gedeckt werden können. Damit ist im Monat September das erste große in Betrieb befindliche Solarkraftwerk komplett ohne EEG-Zahlungen ausgekommen. Die Marktwertentwicklung des Sonnenstroms in Deutschland in den vergangenen zwölf Jahren. Das rote Feld zeigt die durchschnittlichen Anschaffungskosten, zu denen die Marktteilnehmer die Ausschreibung gewonnen haben, und das Feld den Marktpreis, zu dem der Strom dann vertrieben wurde.

Befindet sich das weiße Feld im Balkenbereich, ist die EEG-Förderung für diejenigen Werke, die zu diesen Preisen Strom produzieren, nicht anwendbar (Grafik: Die Tatsache, dass jemand das Glück hat, auf eine ihm gebührende Prämie zu verzichten, existiert nur in den teils unsinnigen Bedingungen des Strommarktes. Die den Solar- und Windkraftanlagen zustehenden Fördermittel aus dem EEG werden seit 2012 mit den Erträgen aus dem börslichen Ökostromabsatz saldiert.

Weil die Politiker den Ökostromabsatz an der Elektrizitätsbörse für gut halten, bezeichneten sie die Abweichung zwischen der EEG-Förderung und dem Börsenerlös als "Marktprämie" - obwohl dies ganz klar keine "Prämie", d.h. keine Selbstbeteiligung ist.

Dennoch gelang es im Augusth dieses Jahr einer Photovoltaikanlage im Direktmarketing erstmalig in Deutschland, den ganzen Vormonat ohne die "Marktprämie" zu überstehen und sich ausschließlich über den Stromvertrieb zu erstatten. Jetzt entscheidend: Im vergangenen Jahr hat sich Wittstocker bei der Wittstocker-Anlage um eine Bewerbung der Netzbetreiber bemüht, die Versteigerung gewonnen und sich damit bereit erklärt, den Strom dort für 5,42 Cents pro kWh zu verkaufen:

Die EEG-Förderung - und damit auch die "Marktprämie" - für den Strom aus der Fabrik kann nicht über diesem Cent-Betrag liegen. Wie Wattner-Geschäftsführer Guido Ingwer am vergangenen Wochenende in Berlin den Pressevertretern mitteilte, war der Solarenergiemarkt im vergangenen Monat genau 5.595 Cents wert und damit über der "Marktprämie" liegend.

Das bedeutet umgekehrt: Das Werk Wittstocker konnte im September ohne einen einzelnen Prozentpunkt der EEG-Förderung überleben. Das Werk Wittstock hat im Laufe des Monats Augusts 350.000 kWh Strom erzeugt, so Dipl.-Ing. Dr. med. Ingwer. Wäre der Stromverbrauch um fünf Cents gestiegen, hätte Wattner für diese Menge Strom vom EEG-Pot rund 2000 EUR reiner Mathematik bekommen, bei einem geringeren Stromverbrauch von vier Cents dementsprechend mehr - rund 5.600 EUR.

Der Kilowattstundenpreis an der Boerse betrug im Monat Fruehjahr vier Cents, dann fiel der Kurs auf drei Cents, und seit Anfang September liegt er weit ueber fünf Cents. Ohne die " marktübliche Prämie " sind alle Versteigerungsergebnisse der Photovoltaik in diesem Jahr in den vergangenen drei Monate ausgelastet, sagte der Energiebranchenkenner Marco Nicolosi von der Beratungsgesellschaft Connect Energy Economics am Vortag.

Dies wird in Zukunft für immer mehr Werke in immer mehr Jahren gelten. Die fallenden Ökostromkosten sind für Nicolosi das Folge einer "sehr starken Entwicklung" der Technik, aber sie werden auch immer ausgeprägter - die eine Hälfte zieht die Industrie runter, die andere Hälfte zieht sie runter - Folge des Überganges zu einer Ausschreibung seit 2015. Die Ausschreibung übte "unglaublichen Einfluss aus", sagte Peter Röttgen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Erneuerbaren Energien (BEE), bei der Präsentation der Gesamtschau am gestrigen Tag.

Begleitet wurden die (zwangsläufig) fallenden Kostensteigerungen durch steigende Stromkosten an der Strombörse ab Jahresmitte. Ebenso wichtig wie die gestiegenen Kohlekosten ist der Ausstieg aus der Kernenergie, vor allem weil die notwendigen Emissionsrechte für die Menge CO2 schon seit einiger Zeit rund 20 EUR ausmachen. Selbst wenn die konjunkturelle Situation derzeit sehr erfreulich ist - ein Welthandelskrieg würde ausreichen, um die Konjunktur und den Stromnachfrage der Branche zum Einsturz zu bringen.

Es bleibt abzuwarten, ob es angesichts der Unwägbarkeiten berechtigt ist, wie der Industrieverband von einer "historischen Wende" zu reden, wenn die "Marktprämie" für eine Fabrik Null ist, zumal die meisten so kostengünstig laufenden Werke wie in Vittstock erst im nächsten Jahr ans Stromnetz angeschlossen werden. Auf jeden Fall hat der erhöhte Stromverbrauch in diesem Jahr das EEG-Konto offensichtlich erheblich belastet.

Dieser Einspareffekt tritt nicht nur dann auf, wenn die "Marktprämie" Null ist. Durch den höheren Stromverbrauch im Jahr 2018 wurden nach Angaben des Industrieverbandes rund zwei Mrd. EUR für das EEG-Konto " eingespart ". Die Gesamtzahlungen an die EEG-Anlagen werden in diesem Jahr dagegen voraussichtlich bei rund 25 Mrd. EUR angesiedelt sein. Dementsprechend rechnet der Industrieverband im kommenden Jahr mit einem Rückgang der EEG-Abgabe und rechnet mit 6,51 Cents pro kWh.

Die Abgabe beträgt in diesem Jahr 6,8 Zehntel.

Auch interessant

Mehr zum Thema