Wärmedämmung

Thermoisolierung

Die Wärmedämmung reduziert den Wärmefluss. Dabei wird die schlechte Wärmeleitung der Gase genutzt. Durch Fenster, Türen und andere Teile des Hauses kann die Wärme ungehindert nach außen entweichen. Thermische Isolierung: Online-Ratgeber mit vielen Tipps, Adressen und Informationen rund um das Thema Thermische Isolierung. Prof.

Der größte Teil der Wärme entweicht durch die Gebäudehülle, d.h. Fassade, Fenster, Dach und Keller.

Hausrenovierung: Die große Lücke der Wärmedämmung

Bevor aber Verträge mit Handwerksbetrieben abgeschlossen und Dämmmaterialien bestellt werden, sollte man sich eine neue Untersuchung des Forschungsinstituts Prognos für die KfW zu den Chancen und Risiken der energetischen Systemumstellung genauer ansehen. Das Investitionsvolumen "konnte nicht allein aus den gesparten Stromkosten finanziert werden", meint die KfW.

Bis 2050 soll der Heizenergiebedarf in Deutschland um 80 Prozentpunkte reduziert werden, um den Kohlendioxidausstoß zu mindern. Laut dem Verband der Verbundsysteme für Wärmeschutzsysteme - einer größeren Oberfläche als das Bundesland Hamburg - wurden seit 1993 769,1 Mio. qm Dämmstoffplatten auf dt. Haushalte verklebt. Bis 2050 werden laut der Untersuchung 838 Mrd. EUR an "Wohnungsbauinvestitionen" benötigt, um die Energieeinsparungsziele zu realisieren.

Dies könne jedoch nur "370 Mrd. EUR an Stromkosten einsparen", so Prognos-Forscher. Das Fazit für die Eigentümer wäre damit ein Gesamtschaden von 468 Mrd. im Jahr. "â??Die Untersuchung belegt, dass der Energieeinsparungsbedarf Ã?ber alle wirtschaftlichen GrÃ?nde hinausgehtâ??, sagt Thomas Beyerle, Chefforscher bei der IVG, dem Immobilienunternehmen. Alleine in diesem und im kommenden Jahr sind 1,8 Mrd. EUR für diesen Zweck vorzusehen.

Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen auch Kritikern wie dem Baumeister Konrad Fischer aus Hochstadt am Main. Seit Jahren wird gewarnt, dass die Isolierung von Außenfassaden nicht zu der von der Bauindustrie und der Bundesregierung zugesagten Reduzierung der Heizkosten führt. "â??Ich weiÃ? nicht, welches WÃ?rmedÃ?mmungssystem sich durch Energieeinsparungen in einem Ã?berschaubaren Zeitrahmen amortisiertâ??, sagt Fischer.

Die Untersuchung belegt auch, dass Investitionsvorhaben zur Erhöhung der Energie-Effizienz von Wohnblocks sich positiv auf die Wirtschaft auswirken. Bis 2050 konnten so 200.000 bis 300.000 Jobs in der Bauindustrie und im Handwerksbereich sichergestellt werden. "Es gibt keinen Anlass, warum Hausbesitzer bezahlen sollten, um Jobs in der Bauindustrie zu behalten.

Mit jeder Straffung der Energieverordnung wurden die Dämmvorschriften für neue Ein- und Mehrfamilienhäuser durch Änderungen der Energieeinsparungsverordnung um je 30 Prozentpunkte erhöht. Dies hat die Kosten für den Neubau deutlich erhöht. Von den vollen Kosten von 400 EUR pro qm Wohnraum für ein nach dem derzeitigen EnEV-Standard errichtetes Ein- und Mehrfamilienhaus sind nach Schätzungen der Energie-Agentur bereits 115 EUR auf die zusätzlichen Energieeinsparungskosten zurückzuführen.

Für einen besonders energieeffizienten Bau, der nur 55 prozentig zum berechnetem Energieverbrauch beiträgt, erhöht sich der Preis pro Quadratmeter auf 540 EUR - davon 250 EUR durch die weiteren Einsparungsmaßnahmen. Eine Beendigung der Preiserhöhungen ist nicht in Sicht: 2014 und 2016 will Berlin die Auflagen um weitere 12,5 Prozentpunkte erhöhen.

"Dadurch werden die Errichtungskosten in beiden Jahren um weitere fünf Prozentpunkte steigen", sagt Axel Gedaschko, Vorsitzender des GDW Bundesverbandes Deutsche Wohnungs- und Immobilenunternehmen, dessen 3000 Mitgliedsfirmen rund sechs Mio. Wohneinheiten in Deutschland verwalten. "â??Wir wissen von unseren Mitgliedsfirmen, dass die Isolierung vieler in den 90er Jahren renovierter oder neuerrichteter HÃ?user bereits nach weniger als 20 Jahren Anzeichen von TeilschÃ?den aufweistâ??, sagt der GDW-PrÃ?sident.

So entstehen Wärmebrücken, die die Hitze aus den Räumen nach außen abführen. Mülldeponien für Wärmedämmverbundsysteme? Dies wirft die Fragestellung auf, ob bei vielen der inzwischen renovierten oder neubauenden Wohnhäuser bis 2050 die Wärmedämmung wieder erneuert werden muss. Die in der Prognos-Studie festgestellten Ausgaben können in diesem Falle um mehrere hundert Mrd. EUR in die Höhe schießen - der Schaden für die Bauherren wäre noch höher.

Bei den meisten Wärmedämmverbundsystemen handelt es sich um kaltgewalztes, geschäumtes Erdöl. "â??In wenigen Jahren könnten wir mit dem Problems konfrontiert sein, massiv Halden zu bauen, um die schadhaften WÃ?rmedÃ?mmverbundsysteme zu entsorgenâ??, betont Beyerle. "Die volkswirtschaftlichen Kosten können dann viel größer sein als bisher angenommen."

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