Wird Strom Billiger

Strom wird billiger

Eine niedrigere Ökostromabgabe macht den Strom nicht billiger. afp. Strom könnte auch billiger sein, denn die Produktionskosten spielen beim Preis für den Verbraucher kaum eine Rolle.

Von wem werden die höheren Netzwerkkosten bezahlt?

Das beste Geld erwirtschaftet der Verbund-Stromkonzern mit erhöhten Erträgen. Allerdings müssen die Endverbraucher weiter in die eigene Handtasche schürfen, um den Trend auf dem Elektrizitätsmarkt spätestens im Herbsten zu stoppen. Durch die gestiegenen Strompreise im Großhandel hat der heimische Stromversorger Verband eine brillante Halbjahresschlussrechnung gezogen (siehe Beitrag unten). Verlierer sind auf der "Verliererseite" die Stromverbraucher. Der Grosshandelspreis könnte nach sechs Jahren in einer Abwärtsspirale im nächsten Jahr von aktuell gut 30 bis 39 EUR pro MW-Stunde zulegen.

So bezahlen die Salzburger AGs seit Anfang Juli wesentlich mehr für ihre Strom. Auch Wien Energy, E. V. und E. E. sowie E. Burgenland werden am kommenden Tag folgen. Im Durchschnitt kostet Strom sieben Prozentpunkte mehr und Benzin drei Prozentpunkte mehr. In der Tat sind die weltweiten Elektrizitätspreise in den letzten Wochen stark gestiegen. Nicht, weil die Östereicher mehr Strom verbrauchen als im vergangenen Jahr, sondern wegen des Energiehungers der Chinesen, der den Preis für Kohle in die Höhe treiben wird, und wegen der gestiegenen CO²-Kosten.

In Europa hat sich der Emissionspreis für eine t Kohlendioxidemission in letzter Zeit auf über 15 EUR verdreifacht, was die Wärmeerzeugung verteuert. Ebenfalls ab Okt. wird die gemeinschaftliche Strompreisstufe zwischen Österreich und Deutschland Vergangenheit sein. Die Ein- und Ausfuhren werden begrenzt sein, so dass es keinen unbegrenzten Stromfluss von Deutschland in den Heimatmarkt mehr geben wird.

Obwohl E-Control für den Zeitraum ab Oktober einen Anstieg der Preise um rund sieben Prozentpunkte erwartet, schätzt die Energiebehörde die Auswirkungen auf die Haushaltkunden als überbewertet ein. Entsprechend werden sich die Stromabnehmer in Wien mit einem Anstieg von durchschnittlich 5,3 bis 16 EUR pro Jahr am wenigsten fühlen. In Vorarlberg wird es mit einer Preiserhöhung von bis zu 28,1 EUR am teurer.

Einig sind sich die Fachleute in einem Punkt: Es wird auf die eine oder andere Weise kostspieliger sein. Die reinen Energiepreise machen nur ein gutes Viertel der Elektrizitätsrechnung aus. Über seine Netzwerktochter APG will allein der Konzern zwei Mrd. EUR in den Netzausbau aufwenden. Wer davon betroffen ist, richtet sich nach der neuen Tarifgestaltung der Stromversorgungsnetze.

Eins ist schon jetzt klar: Wer in kürzester Zeit viel Strom konsumiert (z.B. Saunabesitzer, Whirlpoolbesitzer oder Schnelllader für Elektroautos), wird erheblich mehr zahlen müssen.

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